„Tue recht und scheue niemand“ (Lebensmotto von Norbert Blüm)

Gestern starb nach schwerer Krankheit und trotz vorübergehender Hoffnung auf Besserung Norbert Blüm im Alter von 84 Jahren.

Geboren 1935 in Rüsselsheim, lernte und arbeitete er ab 1949 bei der Adam Opel AG. Er war seit 1950 in der IG Metall engagiert und trat im gleichen Jahr bereits in die CDU ein. Schon allein das zeigt: In Schubladen einordnen ließ er sich nicht leicht. Erst nach Jahren an der Werkbank holte er auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studierte (u. a. bei Josef Ratzinger) in Bonn.

1982 holte ihn Helmut Kohl als Arbeits- und Sozialminister ins Kabinett, dieses Ministeramt hatte er bis 1998 inne (damit war er als einziger Minister zeitgleich mit Kohl unterbrochen im Amt).

Zwar ist sein bekanntester Spruch wohl „Die Rente ist sicher“ (Werbekampagne 1986). Doch Norbert Blüm war umfassend tätig: Kämpfer für Menschenrechte z. B. in Chile, Fürsprecher der deutschen Berufsförderungswerke und damit der beruflichen Teilhabe behinderter Menschen.

Wir gedenken eines aufrechten Menschen und engagierten Christen!

Auch wir haben Lesestoff von Norbert Blüm selbst, als scharfer Beobachter und mit einem Augenzwinkern erzählt er von sich, seinem Leben und den Entwicklungen im Land.

Norbert Blüm: Unverzagt und unverblümt; 434 Seiten; 3 Bände; Bestellnummer 211221; 39,80 €.

Norbert Blüm/Peter Henkel: Streit über Gott – ein Gespräch unter Gegnern; 374 Seiten; 2 Bände; Bestellnummer 217281; 30,80€.‘

Medien zum Anfassen: Praktikum im Blindenschriftverlag

Ein Bericht unseres Schülerpraktikanten Iason, der unser Team im Januar begleitet und tatkräftig unterstützt hat.

Am 7.1.2020 war mein erster Praktikumstag im Blindenschrift-Verlag in Bonn. Noch etwas müde, ein wenig nervös, aber auch neugierig betrat ich um 7 Uhr die Druckerei.

Da wird man ganz schnell wach. 5 Drucker machen einen Mega Krach. Gehörschutz auf und arbeiten 😊

Doch nicht nur die Lautstärke der Druckerei überraschte mich: Schnell wurde mir klar, wie anstrengend dieser Beruf auch ist, da in der Druckerei auch viel geschleppt werden muss – Papier, Buchdecken, Geräte. Ich dachte, dass viel mehr automatisch von Maschinen erledigt wird. Ein Braillebuch zu machen, ist echt viel Handarbeit: Die Blätter müssen gestanzt, geschnitten und/oder gerissen werden, Buchdecken müssen geplanckt (mit Verschlüssen ausgestattet) werden und Versandkartons müssen gepackt werden. Und das alles super ordentlich. Es war schön, dass ich den Ablauf mitverfolgen konnte und gesehen habe, wie aufwendig das eigentlich ist.

Danach ging es für mich in das Lektorat. Die Mitarbeiter in dieser Abteilung wählen Texte in Schwarzschrift aus, die in Punktschrift übertragen werden. Also hieß es erstmal: lesen, lesen, lesen. Nachdem wir Texte ausgesucht hatten, wurde diese in Word gebracht und an einen blinden Braillebearbeiter geschickt, der den Schwarzschrifttext in Brailleschrift überträgt. Ein zweiter, ebenfalls blinder Kollege, liest diese Arbeit dann Korrektur.

Eine Braillebearbeiterin, Britta Janascke, bringt täglich ihren Blindenführhund Chelsey mit. Unser liebes Büromaskottchen.

Im Büro hatte ich auch noch eine Spezialaufgabe, denn ich sollte kreativ werden und neue Motive für Glückwunschkarten machen. Da ich sehr gut und sehr gerne zeichne, hat mir diese Arbeit sehr viel Spaß gemacht. Ich habe die Motive per Hand gezeichnet und dann am Computer nachbearbeitet. Die fertigen Motive werden dann auf Schwellpapier ausgedruckt. Dabei werden die schwarzen Konturen einer Zeichnung an einem Infrarotgerät (Fuser) aus dem Papier gehoben, so dass man sie ertasten kann. Das nennt sich Schwelldruck. Hatte ich vorher auch noch nie gehört.

Insgesamt hat mir das Praktikum super gefallen. Ich habe einen guten Einblick in das Berufsleben erhalten. Außerdem habe ich viel über die Brailleschrift gelernt.

Und nachdem ich diesen Bericht jetzt an meinem letzten Arbeitstag schreibe, muss ich sagen: Dort zu arbeiten ist viel besser als Schule.

Unser Schülerpraktikant Iason sitzt am Schreibtisch und zeichnet frei Hand ein neues Motiv für unsere Grußkarten-Edition.
Die fertige Grußkarte mit Iasons Osterlamm können Sie bei uns bestellen.

Presseberichte

Das Erzbistum Paderborn fördert ein „DAISY-Hörbuch“ mit dem Paderborner Gotteslob-Anhang und berichtete auf seiner Website darüber:

Vorschau des Artikels des Erzbistums Paderborn

Barrierefreies Singen und Beten

Paderborn, 5. Januar 2017: „Auch im Erzbistum Paderborn möchten blinde und sehbehinderte Menschen im Gottesdienst singen und beten. ‚DAISY‘ macht es möglich: Die Paderborner Blindenschrift-Verlag und -Druckerei gGmbH ‚Pauline von Mallinckrodt‘ hat jetzt ein so genanntes DAISY-Hörbuch produziert. …“

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